201601.13
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IFRS 16 als neuer endgültiger Standard zum Leasing veröffentlicht

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat den neuen Standard IFRS 16 „Leases“ veröffentlicht. Dieser Standard ersetzt den bisherigen IAS 17 sowie die Interpretationen IFRIC 4 Determining whether an Arrangement contains a Lease, SIC 15 Operating Leases – Incentives und SIC 27 Evaluating the Substance of Transactions Involving the Legal Form of a Lease. Die neuen Regelungen sind verpflichtend für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen, anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig, sofern IFRS 15 ebenfalls angewendet wird.



Die Grundidee des neuen Standards ist es, beim Leasingnehmer grundsätzlich alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz zu erfassen. Die bisher unter IAS 17 erforderliche Unterscheidung zwischen Finanzierungs- und Operating-Leasingverträgen entfällt damit künftig für den Leasingnehmer.
Für alle Leasingverhältnisse erfasst der Leasingnehmer zukünftig in seiner Bilanz eine Leasingverbindlichkeit für die Verpflichtung, künftig Leasingzahlungen vorzunehmen. Gleichzeitig aktiviert der Leasingnehmer ein Nutzungsrecht am zugrundliegenden Vermögenswert, welches grundsätzlich dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen zuzüglich direkt zurechenbarer Kosten entspricht.

Zu den Leasingzahlungen gehören die festen Zahlungen, bestimmte variable und erwartete Zahlungen (z.B. aus Restwertgarantien oder aus Kaufoptionen). Während der Laufzeit des Leasingvertrags wird die Leasingverbindlichkeit ähnlich den Regelungen nach IAS 17 für Finanzierungs-Leasingverhältnisse finanzmathematisch fortgeschrieben, während das Nutzungsrecht planmäßig abgeschrieben wird, was grundsätzlich zu höheren Aufwendungen zu Beginn der Laufzeit eines Leasingvertrags führt. Für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasinggegenstände von geringem Wert gibt es Erleichterungen bei der Bilanzierung.
Beim Leasinggeber sind die Regelungen des neuen Standards dagegen ähnlich zu den bisherigen Vorschriften des IAS 17. Die Leasingverträge werden weiterhin entweder als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert. Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen werden, werden als Finanzierungs-Leasingverhältnisse klassifiziert, alle anderen Leasingverträge als Operating Leases. Für die Klassifizierung nach IFRS 16 wurden die Kriterien des IAS 17 übernommen.
IFRS 16 enthält darüber hinaus weitere Regelungen zum Ausweis, den Anhangangaben sowie zu Sale-and-Leaseback-Transaktionen.
Mit diesem Standard wird somit ein Leasinggegenstand häufig zweimal, nämlich beim Leasingnehmer und beim Leasinggeber, in der Bilanz anzusetzen sein.
Der Standard war zwar Teil des Convergence-Projektes zur Angleichung von US-GAAP und IFRS mit dem US-Standardsetter FASB, es bestehen jedoch weiterhin verschiedene Unterschiede, da für einige Bereiche keine Einigung erzielen konnte. Für die Bilanzierung beim Leasingnehmer hat das IASB ein einheitliche Bilanzierungskonzept während das FABS ein duales Modell vorsieht.

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